Dr. Hartmut Schubert, Christoph Matschie, Michael Wolf, Matthias Platzeck, Wilfried Präger (v.l.n.r.) Altenburg. „Zukunft braucht Herkunft – Deutsche Fragen, Ostdeutsche Antworten“, so der Titel des kürzlich erschienen Buches von Matthias Platzeck, dem brandenburgischen SPD-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten. Am Montag, dem 10. August, war er auf Einladung des SPD-Kreisverbandes zu Besuch im Altenburger Ratskeller. Hier war er an einem Podium beteiligt, zu dem außerdem der thüringische SPD-Vorsitzende Christoph Matschie, der Landtagsabgeordnete Dr. Hartmut Schubert und der Kandidat für den Bundestag, Wilfried Präger, gehörten.
Ebenfalls an der Podiumsdiskussion beteiligt und zudem für die Moderation zuständig war der Altenburger Oberbürgermeister Michael Wolf.
Viele Interessierte fanden sich ein, um mitzuerleben, wie sich Matthias Platzeck – ganz im Zeichen seines Buchtitels – aus der Perspektive eines Ostdeutschen mit der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Situation Deutschlands 20 Jahre nach der Revolution 1989 auseinandersetzte. Da Platzeck selbst am Runden Tisch der DDR beteiligt war und damit die Geschicke Deutschlands vor und nach der Wiedervereinigung aktiv politisch mitgestaltete, hatte er viele interessante Dinge zu berichten und anzumerken. So betonte er beispielsweise, dass der gern genutzte Begriff „Ostalgie“ nicht verklärend missbraucht werden dürfe, sondern dass jede Analyse der ehemaligen DDR stets einen ausgewogenen Blick auf Licht- und Schattenseiten erfordere. Darüber hinaus merkte er an, dass – in Anbetracht der schwierigen Nachwendesituation in den Neuen Bundesländern – die Leistung der Menschen im Osten, die die ehemalige DDR in kürzester Zeit zu einer der modernsten Regionen in Europa gemacht haben, noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden müsse. Dem stimmte auch Christoph Matschie zu, der ebenfalls am Zentralen Runden Tisch beteiligt war, und bereicherte die Diskussion zudem um seine persönlichen Erinnerungen aus der Wendezeit. Michael Wolf, Hartmut Schubert und Wilfried Präger ergänzten die Worte Matthias Platzecks und Christoph Matschies, indem sie betonten, für welche politischen Inhalte sie auf kommunaler, Landes- und Bundesebene unter den spezifisch ostdeutschen Rahmenbedingungen eintreten, und welche Ziele sie dabei ganz konkret für das Altenburger Land verfolgen. Dabei standen beispielsweise der Kampf gegen Billiglöhne, die Förderung erneuerbarer Energien oder die Stärkung der Region Altenburg im Industriedreieck Leipzig-Chemnitz Zwickau im Mittelpunkt.
Im Anschluss konnten die Gäste direkt mit den Podiumsteilnehmern diskutieren, was sie in Anbetracht der historischen und gegenwärtigen Bedeutung der angesprochenen Themen auch gerne und zahlreich taten. Abschließend hatten die Zuhörer die Möglichkeit, Matthias Platzecks Werk „Zukunft braucht Herkunft“ direkt vom Autor signieren zu lassen, was viele nutzen, um noch einmal ein paar kurze Worte mit dem brandenburgischen Ministerpräsidenten selbst zu wechseln.
SPD-Kreisvorstand