Robet SChieferdecker (li.) und Regine Kanis (re.) mit Designerin Sandy Strauß. (Foto: Oliver Will/OTZ)Plastikhüllen mit alten Fotos, genau strukturierte Notizen in gestochener Handschrift - der Eisenberger Robert Schieferdecker befasst sich seit acht Jahren intensiv mit dem Leben von Milo Barus. Die Resultate seiner Arbeiten zum einst "stärksten Mann der Welt" sollen künftig in einer Dauerausstellung in der Meuschkensmühle bei Weißenborn zu sehen sein.
"Zusammen mit der Kraftsportanlage und dem Gedenkstein schließt sich damit an dem Ort, an dem Milo Barus lange lebte, ein Kreis", so Schieferdecker. Der Vorsitzende des FSV Einheit hat viel Zeit und Aufwand betrieben, um seine Forschungen voranzutreiben. Er steht in Kontakt mit der Verwaltung des Geburtsortes von Milo Barus, Stará Cervená Voda in Tschechien. Er sprach in Mühldorf am Inn, wo der einstige Meuschkensmühlen-Wirt 1977 starb, mit dessen Verwandten. Er forschte in den Archiven der Stadt Eisenberg, der OTZ und der Uni Jena, die Milo Barus einen Ehrendoktortitel verliehen hatte.
Allerdings ist das Projekt auch ein finanzieller Kraftakt. Der Gesamtaufwand wird auf etwa 10"000 Euro geschätzt. Unterstützung kam unter anderem von der Kreissparkasse. "Die hat uns noch nie hängen lassen", so Schieferdecker. Das Landratsamt habe für das künftige Museum fünf Glasvitrinen, die zuvor auf der Leuchtenburg standen, überlassen. "Sie sind sehr wertvoll und wir sind sehr dankbar dafür", sagt der FSV-Chef. Der Freistaat steuerte 2500 Euro aus Lottomitteln bei, die von der Landtagsabgeordneten Regine Kanis (SPD) überbracht wurden.
"Die Ausstellung passt gut zu anderen Aktivitäten, das Mühltal wieder mehr zu beleben", sagte Kanis. Mit ihr werde die Erinnerung an eine wichtige Person gepflegt und die Region bekannter gemacht. Vor allem aber sei das Vorhaben nachhaltig angelegt. "Es ist ja wichtig, zu wissen, dass mit dem Geld etwas für andere geschaffen wird", so Kanis.
Gestaltet wird die Ausstellung von Sandy Strauß, die erst kürzlich mit ihrer Werbeinsel von Kämmeritz nach Schkölen umgezogen ist. "Ich bin sehr glücklich, dass sie das Vorhaben mit uns umsetzt", sagt Schieferdecker. Die Designerin, mit der der FSV auch beim Milo-Barus-Cup kooperiert, sorge für kreative Ideen und eine optisch einheitliche Umsetzung der gesammelten Stücke und Texte.
"Ich staune oft über das, was ich über Milo Barus lese", sagt Strauß. Es sei aber auch eine interessante gestalterische Herausforderung, die Zuarbeiten in ein schlüssiges Konzept zu gießen. Die künftigen Ausstellungsräume in der Meuschkensmühle, die genau vermessen wurden, gestaltet sie zunächst virtuell am Computer. "So kann ich von hier aus Materialien, Bilder und Zitate exakt verteilen", erklärt sie. Es werden unter anderem verschiedene originale Sportgeräte zu sehen sein. "Schon jetzt ist klar: Es wird richtig eng", sagt die Gestalterin lachend.
Geplant ist, die Ausstellung am 2. Oktober zu eröffnen. "Am 3. Oktober steht sie dann schon den Cup-Besuchern offen", so Robert Schieferdecker.
Oliver Will/ OTZ/ 10.04.2014