Foto: Klaus MoritzDie Schülerzahl in den drei Staatlichen Förderzentren im Landkreis hat sich innerhalb von fünf Jahren halbiert. Dennoch sollen die Einrichtungen nach Möglichkeit eine Zukunft haben. Saalfeld/Rudolstadt. 160 Seiten dick ist der Entwurf. "Schulnetzplan des Landkreises für die Schuljahre 2014/15 bis 2020/21" steht darüber. Der Bereich Förderschulen ist dabei der kürzeste Abschnitt. Was mehrere Gründe hat. Bereits vor gut einem Jahrzehnt begann der Rückgang der Schülerzahlen in den beiden Förderzentren mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Noch zwei Schuljahre eher beobachtete man diese Entwicklung bereits in den beiden Förderzentren für geistige Entwicklung. Eine Konsequenz daraus: Die beiden Häuser wurden am Standort Saalfeld-Gorndorf zusammengelegt.
Gemeinsamer Unterricht wird präferiert
Ganz dick kam es für die Spezialschulen mit der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, die einen gemeinsamen Unterricht von Kindern mit Handicap und solchen ohne präferiert. In dem Maße, wie potenzielle Förderschüler in den Grund- und Regelschulen integriert wurden, leerten sich die Bänke in den Staatlichen Förderzentren. Binnen fünf Jahren haben sich die Schülerzahlen hier halbiert, weist der Statistikteil des Schulnetzplanes aus. 327 Mädchen und Jungen in 33 Klassen waren es noch im Schuljahr 2007/08. Aktuell sind es 167 Schüler in 18 Klassen. Zum Vergleich: Mitte der 90er Jahre lagen die Schülerzahlen an den Förderschulen noch regelmäßig zwischen 800 und 950. Alles deutet darauf hin, dass die Zahlen weiter zurückgehen, auch wenn Prognosen naturgemäß schwierig sind. Konkret handelt es sich bei den drei Einrichtungen um das Förderzentrum "Johann Heinrich Pestalozzi" in der Saalfelder Jahnstraße, das Zentrum gleichen Namens in der Anne-Frank-Straße in Rudolstadt und die Jettina-Schule in Saalfeld-Gorndorf. Der Landkreis hat in den vergangenen Jahren regelmäßig in die Schulgebäude investiert, die in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts gebaut wurden. So gibt es beispielsweise in Gorndorf behindertengerechte Toiletten, einen Fahrstuhl und eine Rampe, Therapieräume und eine kleine Lehrküche. Hier lernen aktuell 38 Schüler in fünf Klassen. Die Rudolstädter Pestalozzischule wurde 1993 umgebaut und saniert, zuletzt investierte man Mittel aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung in die Fassadengestaltung mit Wärmedämmung. Für dieses Schuljahr werden 84 Schüler in acht Klassen ausgewiesen. Das Pendant in Saalfeld ist ein Plattenbau mit Sporthalle aus dem Jahr 1984. Weil 45 Schüler in fünf Klassen das Objekt bei weitem nicht auslasten, wird fast das gesamte Obergeschoss ganztägig durch die Kreisvolkshochschule genutzt. Ob dieser Förderschulstandort erhalten wird, soll im Schuljahr 2016/17 überprüft werden.
Politische Entscheidung durch den Kreistag
Wie sich der Kreistag laut Vorschlag der Verwaltung politisch zu dieser Problematik verhalten soll, liest sich im Entwurf des Schulnetzplanes so: "Die beiden Förderzentren Saalfeld und Rudolstadt mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache und emotionale/soziale Entwicklung sollen weiterhin Bestand haben. Das Förderzentrum Saalfeld mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung soll als selbstständige Schule weiterhin vorgehalten werden".
Quelle: http://rudolstadt.otz.de/web/rudolstadt/startseite/detail/-/specific/Z0R0006184000