Internetsucht durch Medienbildung vorbeugen!

Veröffentlicht am 01.12.2015 in Bildung & Kultur

Marion Rosin MdL

„Internetsucht entwickelt sich auch bei Kindern zunehmend zu einem gesellschaftlichen Problem. Das ist alarmierend und muss bei der Medienbildung in Thüringen stärker in den Fokus rücken. Die Vermittlung eines altersgerechten Umgangs mit modernen Medien muss an den Thüringer Bildungseinrichtungen weiter ausgebaut und gestärkt werden. Dies betrifft sowohl Kitas als auch Schulen“, fordert Marion Rosin, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, die sich dabei auf eine aktuelle Studie der Krankenkasse DAK zum Internetkonsum von Kindern und Jugendlichen bezieht.

Der DAK-Untersuchung zufolge zeigen viele Heranwachsende bereits deutliche Anzeichen einer Internetsucht. Jedes fünfte Kind reagiere auf Online-Einschränkungen ruhelos und gereizt. So seien 11 Prozent der 12- bis 17-Jährigen nicht mehr in der Lage, ihre Internetnutzung selbst zu regulieren. 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen verbrächten am Wochenende täglich sechs Stunden oder mehr im Netz. „Ich finde diese Zahlen erschreckend. Sie zeigen, dass wir Kindern und Jugendlichen weit stärker und deutlich früher als bisher einen kritischen, selbstreflektierten Umgang mit modernen Medien vermitteln müssen“, erklärt die SPD-Bildungspolitikerin.

 

Mit dem fachübergreifenden Kurs Medienkunde an den weiterführenden Schulen, medienpädagogischen Weiterbildungsangeboten am Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) und dem für Kinder, Eltern und Pädagogen offenen Medienbildungszentrum der Landesmedienanstalt (TLM) sei Thüringen bei der Vermittlung von Medienkompetenz grundsätzlich bereits auf dem richtigen Weg. „Angesichts der Ergebnisse der DAK-Studie müssen wir unsere Anstrengungen in der Medienbildung aber noch weiter verstärken. Die altersgerechte Vermittlung von Medienkompetenz sollte künftig einen noch größeren Stellenwert in der Erzieher- und Lehrerausbildung bekommen“, so Rosin.

 

Gleichzeitig müsse Medienpädagogik die Eltern stärker als bisher mit einbeziehen, da es laut DAK-Untersuchung in über der Hälfte der Familien keinerlei Regeln zur Internetnutzung der Kinder gebe. Marion Rosin dazu: „Ich kann mir gut vorstellen, dass Kindergärten und Schulen künftig in Zusammenarbeit mit dem ThILLM und der TLM regelmäßig thematisch orientierte Elternabende zum Medienkonsum anbieten. Zudem muss beim von der Koalition geplanten Ausbau der Kindertagesstätten zu Eltern-Kind-Zentren die Vermittlung von Medienkompetenz an die Familien ebenfalls eine wichtige Rolle spielen“, betont die SPD-Abgeordnete.

 

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