Eine Vielzahl neuer Fragen ergibt sich für SPD-Innenpolitiker Heiko Gentzel nach einer genauen Analyse der gestern vorgelegten Kriminalstatistik für Thüringen. "Trotz der Aufklärungsquote von 64,5% darf nicht unterschlagen werden, dass in Thüringen jede 3. Straftat nicht aufgeklärt wurde", konstatiert Gentzel mit Verweis auf den Bericht. Stutzig machten ihn auch mehrfach aufgezeigte Aufklärungsquoten von über 100 % (2006, Abteilung Wirtschaftskriminalität).
Wieder einmal erweise sich hier die begrenzte Aussagekraft von Statistiken: "Da ist so einiges möglich, um Hintergründe zu verschleiern."
Gentzel kritisiert den Thüringer Innenminister angesichts dieser
Fakten: "Hier gibt es noch einigen Klärungsbedarf. Die gestrige
Selbstbeweihräucherung des Innenministers ist mir deshalb ein Rätsel."
Scherers Verweis, die Aufklärungsquote in anderen Bundesländern sei
vermutlich schlechter als in Thüringen, mache die vorgelegte Statistik
auch nicht besser.
Gentzel betont erneut, dass die Bilanz der Thüringer Polizei ohne die
hoch motivierten Beamten bedeutend dürftiger wäre: "Thüringer Polizisten machen hervorragende Arbeit, trotz mieser Bezahlung und einem von oben verordneten Beförderungsstau in den Dienststellen."