Lehrer-Gewerkschaft fordert einheitliche Bezahlung.

Veröffentlicht am 04.03.2015 in Bildung & Kultur

Thüringer Allgemeine Erfurter Allgemeine vom 03.03.2015, Seite 1
Erfurt. Eltern in Thüringen müssen sich heute noch keine Gedanken um einen Unterrichtsausfall für ihre Kinder machen: Noch wird an den Schulen nicht gestreikt. "Wir informieren momentan zuerst die Kollegen in den Schulen vor Ort über die geplanten Aktionen", bestätigte Michael Kummer von der Thüringer Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Auf das Scheitern der Gespräche zur einer bundesweit einheitlichen
Eingruppierung der Lehrer müsse man reagieren, kündigte GEW-Landeschefin Kathrin Vitzthum an. Zunächst habe die Tarifgemeinschaft der Länder sich zu diesem Thema verhandlungsbereit gezeigt, um jetzt die Gespräche vorzeitig zu beenden.

"Deshalb werden wir jetzt an den Thüringer Schulen mobil machen", versicherte Kathrin
Vitzthum. Aus "taktischen Gründen" gebe man noch keine Auskünfte über die geplanten Streiks. Weder welche Schulart besonders betroffen sein könnte noch ob es regionale Schwerpunkte geben könnte, war der Gewerkschaft gestern zu entlocken. "Auch bei einem Streik von Lehrern werden die Kinder in jedem Fall in den Schulen betreut", versicherte der Sprecher des Bildungsministeriums, Gerd Schwinger, gestern auf Anfrage. Die Eltern müssten sich nicht sorgen, die Aufsicht erfolge in einem solchen Falle durch die verbeamteten Kollegen der streikenden Lehrer. Streiken können auch in Thüringen nur jene Lehrer, die angestellt und nicht verbeamtet sind. "Wir haben in Thüringen gegenwärtig
6700 angestellte Lehrer und 10 500 verbeamtete Lehrer", so Schwinger. Das Verhältnis
könne allerdings an jeder Schule anders ausfallen, räumte Gerd Schwinger ein. Verständnis für die angekündigten Arbeitsniederlegungen der Pädagogen hat die bildungspolitische
Sprecherin der SPDLandtagsfraktion, Marion Rosin, geäußert. Jetzt räche sich, dass die Verbeamtung der Lehrer in Thüringen seit dem Jahr 2008 nahezu komplett gestoppt
worden sei. "Wir haben jetzt quasi eine Zweiklassengesellschaft innerhalb der Lehrerschaft", sagte Rosin. Das sei auch mit erheblichen Unterschieden beim Verdienst
verbunden. Die Differenz beim Einkommen zwischen einem verbeamteten Pädagogen
und seinem angestellten Kollegen könne bis zu 10 000 Euro im Jahr liegen. Die Folgen dieser unbefriedigenden Situation an den Schulen müssten jetzt die Schüler und deren Eltern tragen. "Es wird kaum möglich sein, an allen Thüringer Schulen eine Lösung für den drohenden Unterrichtsausfall zu finden", fürchtet die Bildungspolitikerin, die von Beruf selbst Lehrerin ist. Vor allem Thüringer Grundschulen sind nach Meinung von Rosin übermäßig betroffen, weil dort die Kinder ganztags betreut werden müssen. Verdi will laut Sprecher Jörg Förster in dieser Woche noch nicht im öffentlichen Dienst in Thüringen zum Streik aufrufen.

Quelle: http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Verbeamtete-Lehrer-bekommen-in-Thueringen-10-000-Euro-mehr-als-angestellte-2029761874

 

Homepage Marion Rosin