10 Jahre „Rock für Deutschland“ in Gera sind genug
Was bedeutet bürgerschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus heute konkret? Dieser Frage widmen sich am 2. Juli ab 17 Uhr im Stadtmuseum Wolfgang Lemb und seine Gäste, darunter der neu gewählte Stadtsportbundvorsitzende Andreas Lauterbach.
Schockiert von der tödlichen Gewalt der NSU-Mordserie war in der öffentlichen Debatte schnell zu hören, es dürfe kein „weiter so“ in der Auseinandersetzung mit rechts-extremistischen Tendenzen geben. Die weit verbreitete Strategie der 90ziger Jahre, Rechtsextremisten zu ignorieren, ist gescheitert.
Vor einem halben Jahr wurde die Mordserie der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ bekannt, der mindestens 10 Menschen zum Opfer fielen. Szenekenner hatten immer wieder auf die Gewaltbereitschaft hingewiesen. Dennoch hatte niemand eine solche Terrorserie für möglich gehalten.
„Auch 2010 waren in Deutschland keine rechtsterroristischen Strukturen feststellbar.“, heißt es im jüngsten Verfassungsschutzbericht des Bundes auf S. 57. Gravierende Versäumnisse von Behörden und Strafverfolgung wurden nun aufgedeckt – nicht zuletzt in Thüringen. Doch was kann eine Stadt konkret tun, wenn das nächste Neonazi-Hasskonzert angekündigt ist? Welche Verantwortung haben Presse, (Sport-)Vereine, Schulen und andere wichtige Personen und Institutionen der Gesellschaft? Wie aktivieren wir gemeinsam die Geraer Zivilgesellschaft? Welche Impulse müssen gesetzt werden, damit es eben nicht heißt: Weiter so im Kampf gegen Rechtsextremismus. Interessierte sind herzlich zu der öffentlichen und kostenfreien Veranstaltung willkommen.