Marion Rosin MdL
Zu den veröffentlichten Ergebnissen einer Umfrage des Lehrerverbandes erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Thüringer SPD-Landtagsfraktion Marion Rosin: „Wir nehmen die Unzufriedenheit vieler Thüringer Schulleiterinnen und Schulleiter mit ihrer beruflichen Situation sehr ernst und halten daher eine attraktivere Ausstattung der Schulleiterstellen für dringend geboten. Eine ganze Reihe von Schulleiterstellen ist in Thüringen bereits seit Jahren unbesetzt, weil sich keine Bewerberinnen oder Bewerber für sie finden. Die Arbeit des jeweiligen Schulleiters übernimmt dann ein damit ‚beauftragter‘ Lehrer, der aber nicht entsprechend seiner realen Tätigkeit bezahlt wird. Das empfinden die betroffenen Kolleginnen und Kollegen verständlicherweise als ungerecht“, so die Sozialdemokratin, die vor ihrem Einzug in den Thüringer Landtag selbst als Schulleiterin gearbeitet hat.
Besonderen Handlungsbedarf sieht Marion Rosin im Grundschulbereich, denn dort beträfen die Stellenvakanzen vor allem den ländlichen Raum. „Gerade an den kleinen Grundschulen auf dem Land lastet auf den Schulleitern viel Verantwortung, die angesichts sehr kleiner Kollegien nicht einfach auf mehrere Schultern verteilt werden kann. Die Besoldung der Schulleiter und die ihnen in Form von so genannten Abminderungsstunden gewährte zeitliche Entlastung entspricht dieser hohen Verantwortung aber oftmals nicht.“ Daher seien immer weniger Lehrerinnen und Lehrer bereit, eine Grundschule im ländlichen Raum zu leiten, erläutert die SPD-Bildungspolitikerin.
„Wir müssen hier dringend gegensteuern. Vor allem an kleinen Grundschulen müssen die Leitungsfunktionen künftig attraktiver ausgestaltet werden“, betont Marion Rosin. Denkbar seien immaterielle Anreize, wie die Realisierung einer größeren Eigenverantwortung der Schulleitungen bei der Personaleinstellung und Personalentwicklung. Aber auch die materielle Ausstattung der Schulleiterstellen im Grundschulbereich müsse auf den Prüfstand. „Die vom Bildungsministerium angekündigten Beförderungen und Höhergruppierungen von Schulleitern zum 1. Dezember 2015 sind hier ein Schritt in die richtige Richtung. Was wir brauchen, ist allerdings ein Gesamtkonzept. Dafür werde ich mich in der Regierungskoalition auch weiterhin starkmachen“, so die SPD-Abgeordnete.