Senioren nahmen kein Blatt vor den Mund

Veröffentlicht am 14.08.2009 in Allgemein

Landtagskandidatin Sabine Doht und Bundestagskandidat Ernst Kranz im Schweinaer Seniorenklub

Schweina – Mehr als eine gemütliche Kaffeerunde war der Besuch von SPD-Landtagskandidatin Sabine Doht und SPD-Bundestagskandidat Ernst Kranz im Seniorenklub Schweina. Rund 25 Damen und Herren aus der Gemeinde fanden sich ein, um den Kandidaten auf den Zahn zu fühlen.
Schweinas Bürgermeister Jürgen Holland-Nell gab bei der Begrüßung seiner Freude Ausdruck, dass sich nun wieder ein Seniorenbeirat im Ort gebildet habe. Es sei wichtig , dass auch die Senioren in der Gemeinde mitreden und Akzente setzen können.

Die beiden Kandidaten für den Landtag bzw. Bundestag stellten sich vor und beschrieben ihre Tätigkeit in den Gremien. Sabine Doht, die seit 1994 dem Thüringer Landtag angehört, schilderte am Beispiel des Naturbades Schweina die Tücken der Opposition. Naturbäder werden in Thüringen nicht gefördert, hieß es jahrelang von der Regierung. Die SPD brachte das Thema Naturbäder immer wieder an und schließlich wurde ein Projekt „Naturbad“ gestartet. Dass nun gerade Schweina den Zuschlag erhalten habe, freue sie sehr und liege an dem guten Konzept der Schweinaer für das Bad, so Sabine Doht.
Nach der Vorstellungsrunde ließen die Senioren keine Kunstpause aufkommen, hatten viele Fragen und einige recht kritische Anmerkungen. Da ging es unter anderem um die Aussage von Kanzlerkandidat Steinmeier, vier Millionen neue Jobs und Vollbeschäftigung schaffen zu wollen. Wie kann man denn solche Versprechungen vor der Wahl machen?, fragte vorwurfsvoll einer der Besucher. Ob die horrenden Ausgaben für Militärtechnik noch sein müssten, stellten einige Teilnehmer in Frage. Ebenfalls Thema waren die Rentensteuer, die Gesundheitspolitik und die Bildung. Die Erwähnung der neuerlichen Dienstwagenaffäre, brachte die Senioren in Wallung.
In der Gesundheit werde ein Sparkurs auf Kosten der Kleinen gefahren: Kuren werden abgelehnt, es gibt kaum noch Massagen auf Rezept, bei vielen Medikamenten muss man zuzahlen, so einige Seniorinnen. „Im Gegenzug lässt Frau Ministerin ihren Dienstwagen in den Urlaub nach Spanien kommen – auf Kosten der Steuerzahler.“ Das Gelächter der Runde ist eher zornig als lustig.
Der Bundestagsabgeordnete Ernst Kranz versuchte, auf die Fragen sehr ausführlich zu antworten und den Senioren einiges in der politischen Arbeit nahezubringen. Schließlich spielte auch die Landespolitik noch eine Rolle. Die SPD wolle im Falle eines Wahlsieges die „Familienoffensive“ vom Kopf wieder auf die Füße stellen, sagte Sabine Doht. Ihrer Meinung nach müsse die Wirtschaft mehr tun, um die gut ausgebildeten Fachleute auch in Thüringen zu halten.
Nach der heißen Diskussionsrunde gab es dann erst einmal ein Tässchen heißen Kaffee und Kuchen. Damit waren die Gespräche zwischen Senioren und Kandidaten allerdings noch lange nicht zu Ende. Die Gesprächsthemen sind den interessierten und oftmals gut informierten Rentnern aus Schweina garantiert nicht ausgegangen.
Artikel der STZ vom 12.08.2009

 

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