Foto: Thomas M. LiehrAm Mittwoch, den 11. September 2013, besuchte eine Delegation der SPD das drittgrößte Unternehmen in Gera, die D+S communication center Gera GmbH. Anwesend waren unter anderem der Erfurter Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider, der Landtagsabgeordnete Wolfgang Lemb und der Bundestagskandidat Volker Blumentritt.
Das Treffen begann mit einer Unternehmenspräsentation, welche durch den Geschäftsführer und Standortleiter Bernd Guske zusammen mit dem Personalleiter Daniel Harant durchgeführt wurde. Beide betonten, dass die D+S sich vor fünf Jahren bewusst für Gera entschieden habe und sich auch weiterhin zum Standort bekennt.
Daniel Harant verwies weiter darauf, dass es sich bei der Belegschaftsstärke von 550 Beschäftigten um einen der größten Arbeitgeber in Gera handelt, der unabhängig von beruflicher Vorqualifikation Menschen Möglichkeiten gibt, wieder einen sicheren Arbeitsplatz zu erhalten und auch selbst in aktuell vier verschiedenen Berufsbildern ausbildet.
In der folgenden Diskussion dominierte das Thema „Image der Service-Center Branche“. Seit etwas über einem Jahr arbeitet die D+S erfolgreich an einer Verbesserung des öffentlichen Ansehens.
Die Maßnahmen hierzu sind vielfältig: Von diversen Sponsorings im sportlichen und gesellschaftlichen Bereich, Patenschaften, einem Tag der offenen Tür oder über die eigene Facebook-Seite werden bestehende Vorurteile gegen die Call-Center-Branche abgebaut.
"Die Vorstellungen von Callcentern sind leider zu oft, dass 25 Menschen in einem kleinen Raum sitzen und Leuten per Telefon irgendwelche Verträge aufdrängen müssen. Dieses Bild ist -zumindest auf die D+S bezogen- grundlegend falsch. Wir rufen keine Leute an, um ihnen beispielsweise Lotto-Lose zu verkaufen, sondern werden bei Servicefragen von den Kunden angerufen. Und das mit engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die seit mehr als 5 Jahren absolute Spitzenkommunikation leisten ", fasst Bernd Guske den Unternehmensalltag zusammen. Auch gibt es unter den aktuell 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weder Leiharbeiter oder Saisonarbeit.
Wolfgang Lemb sprach das Thema Mindestlohn an, da viele Call – Center ja auch mit dem Makel eines niedrigen Verdienstes behaftet seien. Die Unternehmensvertreter wiesen darauf hin, dass neben einem Grundlohn leistungsbezogene Entgeltbestandteile und Provisionen gezahlt würden.
"Ein Mindestlohn ist dann sinnvoll, wenn er für alle Unternehmen in gleicher Höhe gesetzlich geregelt wird und kein regionaler oder branchenspezifischer Flickenteppich entsteht.", so Bernd Guske.
Carsten Schneider, der haushaltspolitische Sprecher seiner Fraktion im Bundestag, machte deutlich, dass viele Call Center sich einen Mindestlohn wünschten. Er unterstützte die Aussage des Geschäftsführers und verdeutlichte noch einmal, dass u.a. wegen der dargestellten Wettbewerbssituation die SPD-Bundestagsfraktion einen flächendeckenden bundeseinheitlichen Mindestlohn fordere.
Volker Blumentritt fragte nach den Erwartungen des Geraer Unternehmens an die Politik in Gera, Erfurt und Berlin.
„Zunächst einmal begrüße ich, dass Sie uns besuchen, sie sind die ersten, die sich die Zeit nehmen und sich mit unseren Anliegen auseinandersetzen“, so Bernd Guske.
Wichtig sei, dass die Bedeutung der Branche und die damit verbundenen Chancen für den Arbeitsmarkt auch in der Politik gesehen werden.
Das ist wichtig für die Weiterentwicklung und den Ausbau des Standortes Gera. „Ich freue mich, wenn Sie das mit nach Erfurt und Berlin nehmen, wobei dies natürlich auch für die Lokalpolitik in Gera gilt“, gab der Chef des Unternehmens den Politikern mit auf den Weg.
Auf dem Foto abgebildet (von links nach rechts) Daniel Harant (Personalleiter der D+S Gera), Volker Blumentritt (SPD-Bundestagskandidat), Tanja Thoß (Vorsitzende SPD-Ortsvereins Ost), Wolfgang Lemb (Mitglied des Thüringer Landtags), Annekathrin Schmidt (Personalexpertin), Bernd Guske (Standortleiter der D+S Gera), Carsten Schneider (Mitglied des deutschen Bundestages), Silvana Grimm (Referentin)