„Tief enttäuscht“ haben sich der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Wolfgang Lemb, und die Arnstädter SPD-Abgeordnete Eleonore Mühlbauer von der Ankündigung der Firma Bosch gezeigt, ihre Aktivitäten im Bereich Photovoltaik zu beenden.
Lemb wörtlich: „Wir bedauern diese Entscheidung und halten sie für falsch, weil wir überzeugt sind, dass die Solarindustrie weltweit eine Zukunftsperspektive hat.“ Er habe auf einen längeren Atem von Bosch gehofft, man müsse die Entscheidung des Unternehmens aber zur Kenntnis nehmen.
Die SPD-Fraktion erwarte von der Robert Bosch GmbH aber, dass sie mit Blick auf den Standort und die betroffenen Arbeitnehmer alles unternimmt, den Rückzug aus der Solarmodulproduktion für die Beteiligten sozial verträglich zu gestalten. Insbesondere forderten Lemb und Mühlbauer, dass Bosch in Arnstadt keine betriebsbedingten Kündigungen ausspricht.
Lemb: „Jetzt muss mit Bosch gesprochen werden, ob und in welchem Zeitraum alternative Produktionslinien des Konzerns an den Standort Arnstadt verlegt werden können und welche weiteren Möglichkeiten es gibt, Personal und Infrastruktur des Standortes zu nutzen. Der SPD-Politiker erinnerte daran, dass schließlich nicht unerhebliche Fördermittel in den Aufbau des Standortes geflossen seien. Zudem verfüge der Konzern in Arnstadt über eine moderne Fabrik sowie eine junge, gut qualifizierte und hoch motivierte Belegschaft.
Mühlbauer sieht in der Entscheidung von Bosch auch „eine Konsequenz der verfehlten Politik von Schwarz-Gelb in Berlin“. Durch die zurückgefahrene Förderung für deutsche Unternehmen hätten insbesondere chinesische Produzenten den Markt überschwemmen können. Diese könnten durch Billiglöhne die Preise drücken.
Als positives Signal werteten die beiden Abgeordneten, dass Wirtschaftsminister Matthias Machnig bereits eine Einladung an Geschäftsführung, Betriebsrat und IG Metall für den kommenden Dienstag ausgesprochen hat.