Acht neue Gemeinschaftsschulen im Schuljahr 2015/16
„Dass im neuen Schuljahr acht weitere Gemeinschaftsschulen an den Start gehen, ist ein wichtiger Schritt zur weiteren Etablierung des längeren gemeinsamen Lernens in Thüringen“, erklärt Marion Rosin, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.
Damit verfüge der Freistaat nun über insgesamt 54 Gemeinschaftsschulen. „Das ist ein guter Zwischenstand, aber kein Grund, sich auf dem Erreichten auszuruhen. Wir Sozialdemokraten wollen den flächendeckenden Ausbau des längeren gemeinsamen Lernens. Bis 2019 sollte es daher mindestens 100 Gemeinschaftsschulen in Thüringen geben“, betont die SPD-Bildungspolitikerin. Die Zeichen dafür stünden günstig, denn das Interesse an der neuen Schulart sei bei Lehrern, Eltern und Schulträgern ungebrochen.
Daher gelte es nun, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, Entwicklungshemmnisse bei der Gründung von Gemeinschaftsschulen zu beseitigen. „Die SPD will mehr Tempo beim Ausbau des längeren gemeinsamen Lernens. Dazu müssen die Zulassungsverfahren für Gemeinschaftsschulen noch weiter gestrafft und beschleunigt werden. Wir müssen aber auch über eigene Lehrpläne für die Gemeinschaftsschule und eine Anpassung des Lehrerstudiums nachdenken“, so Marion Rosin. Bei diesen Punkten warte sie auf Lösungsvorschläge des Bildungsministeriums, deren Realisierung die SPD dann konstruktiv begleiten werde.
Gleichzeitig erteilt die Sozialdemokratin Überlegungen eine Absage, die Gemeinschaftsschule künftig auf ein einziges Modell zu fokussieren, welches eine Fusion von Grundschule und Regelschule vorsieht. „Wir brauchen keine Standardvariante für die Gemeinschaftsschule, sondern vor Ort die jeweils beste Lösung. Die bisherigen Modelle einer Kooperation von Grund- und Regelschule unter dem Dach der Gemeinschaftsschule haben sich bewährt. Warum sollten wir das ändern?“, betont Marion Rosin.
Auch einer Ausweitung der Gemeinschaftsschule auf 13 Schuljahre steht die Bildungspolitikerin kritisch gegenüber. „Wir Sozialdemokraten haben die Gemeinschaftsschule initiiert, um dort längeres gemeinsames Lernen und Leistungsorientierung miteinander zu verknüpfen. Daher muss es an der Gemeinschaftsschule genau wie am Gymnasium möglich sein, nach 12 Jahren das Abitur abzulegen“, sagt die SPD-Abgeordnete. Eine Gemeinschaftsschule als „verkapptes G-9“ finde weder in der Bevölkerung noch in der SPD Akzeptanz.