Umfrage bestätigt: Große Mehrheit für länger gemeinsames Lernen

Veröffentlicht am 23.07.2009 in Bildung & Kultur

In seiner Kritik am gegliederten Schulwesen sieht sich Hans-Jürgen
Döring, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, durch
eine aktuelle Umfrage des Instituts GfK Marktforschung Nürnberg
bestätigt.

Mehr als 85 Prozent der Bundesbürger sind demnach der
Auffassung, dass die Bildungschancen der Kinder zu stark vom Einkommen
der Eltern abhängen. „Das gegliederte Schulwesen ist sozial ungerecht
und im internationalen Maßstab wenig leistungsfähig“, sagt Döring. Das
hätten alle PISA-Runden der vergangenen Jahre gezeigt und werde
inzwischen offenbar auch von der übergroßen Mehrheit der Deutschen so
gesehen.

Gleichzeitig verweist der SPD-Bildungspolitiker darauf, dass
Skandinavien bei PISA mit längerem gemeinsamem Lernen immer wieder
überaus erfolgreich abschneide. Aus dieser Tatsache müsse man die
nötigen bildungspolitischen Konsequenzen ziehen. „70 Prozent der
Thüringer sehen das genauso, sie sind nach einer
infratest-dimap-Umfrage vom März 2009 für längeres gemeinsames
Lernen“, sagt Döring.

Die SPD-Landtagsfraktion habe mit ihrem Modell der Thüringer
Gemeinschaftsschule ein schlüssiges Konzept zur Einführung längeren
gemeinsamen Lernens bis einschließlich Klasse 8. „Die
Gemeinschaftsschule steht für hohe Bildungsqualität, individuelle
Förderung und für die Integration von Schülern mit
sonderpädagogischem Förderbedarf“, so der Bildungsexperte.
Zur Unterstützung individuellen Lernens und um die Vereinbarkeit von
Familie und Beruf zu erleichtern, will die SPD-Fraktion außerdem
schulische Ganztagsangebote bedarfsgerecht ausbauen. Auch hier sieht
sich Hans-Jürgen Döring durch die GfK-Umfrage bestätigt: Fast 60 Prozent
der Bundesbürger fordern demnach mehr Ganztagsunterricht.

 

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