Koalition plant Wiederaufnahme von Verbeamtungen
Vor Beginn der angekündigten Warnstreiks der angestellten Lehrer hat Marion Rosin, die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, Verständnis für die Arbeitsniederlegungen der Pädagogen geäußert.
„Die anstehenden massiven Streiks zeigen, dass wir eine tragfähige Lösung brauchen, wie wir künftig mit dem Thema Lehrerverbeamtung verfahren wollen – gerade auch hier in Thüringen“, so die Politikerin. In Thüringen seien die Verbeamtungen seit 2008 nahezu komplett ausgesetzt. Rosin erinnert daran, dass es die meisten Nicht-Beamten unter den Lehrern in den neuen Ländern gebe. „Deshalb sind wir in den neuen Bundesländern auch ganz besonders von den Streiks betroffen – wir haben quasi eine Zweiklassengesellschaft innerhalb der Lehrerschaft“, so die Bildungspolitikerin heute. Dies sei auch mit erheblichen Unterschieden beim Verdienst verbunden.
Die Folgen dieser unbefriedigenden Situation, nämlich die Streiks, müssten jetzt zuerst die Schüler und deren Eltern tragen. Aber auch die Schulen würden durch die Arbeitsniederlegungen vor Herausforderungen gestellt: „Es wird kaum möglich sein, an allen Thüringer Schulen eine Lösung für den drohenden Unterrichtsausfall zu finden“, befürchtet die Bildungspolitikerin, die selbst von Beruf Lehrerin ist. Vor allem die Grundschulen würden von den Streiks betroffen sein, weil dort die Kinder ganztags betreut werden müssten.
„Die Regierungskoalition in Thüringen sieht gute Chancen, dass eine Rückkehr zur 2008 ausgesetzten Lehrerverbeamtung möglich ist“, sagt Rosin mit Verweis auf den Koalitionsvertrag von R2G. „Die Verbeamtung von Lehrern wäre ein wichtiger Schritt, um auch künftig genügend qualifizierte Nachwuchspädagogen für den Schuldienst in Thüringen gewinnen zu können“, betont sie. Denn nur mit attraktiven Einstellungsbedingungen könne Thüringen im sich verschärfenden Länderwettbewerb um gut ausgebildete Nachwuchslehrer bestehen. Dazu gehöre auch die Möglichkeit zur Verbeamtung.