Wolfgang LembEine Transfergesellschaft soll tausende Schlecker-Mitarbeiter vor dem
wirtschaftlichen Desaster bewahren und schnell in neue
Beschäftigungsverhältnisse vermitteln. Doch die Frage der
Finanzierung dieser so genannten Auffanggesellschaft bleibt kritisch.
Der Grund: Ein Kredit der staatlichen Förderbank KfW wird nur in
Aussicht gestellt, wenn die von der Schlecker-Pleite betroffenen Länder
die volle Haftung übernehmen. Nun drängt Wolfgang Lemb, der
wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag,
auf eine schnelle und ausgewogene Einigung in der Finanzierungsfrage.
Der Landtagsabgeordnete fordert Ministerpräsidentin Christine
Lieberknecht deshalb dazu auf, sich "im Bund dafür stark zu machen, dass
eine Bürgschaft anteilig von Bund und Ländern gemeinsam getragen
wird." Schließlich habe die Schlecker-Insolvenz nationale Ausmaße.
"Was einst für Opel galt, muss jetzt auch für Schlecker gelten", so
Lemb.
Damit solle der Streit über die Finanzierung einer Transfergesellschaft
ein schnelles Ende finden. "Die Schlecker-Mitarbeiter haben mit den
bevorstehenden Entlassungen so schon genug zu kämpfen", so der
SPD-Politiker. "Wir müssen dafür sorgen, dass sie schnellstmöglich
Klarheit erhalten." Eine Transfergesellschaft sei deshalb, "das
Mindeste, was den betroffenen Mitarbeitern nun geboten werden müsse".
Laut Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz könnten insgesamt 11.750
Arbeitsplätze wegfallen. In Thüringen sind rund 800 Stellen betroffen.