Dorothea Marx redet bei der Vereidigung auf dem Marktplatz in Sondershausen

Veröffentlicht am 13.05.2015 in Allgemein

Die Landtagsabgeordnete Dorothea Marx sprach auf Einladung von Oberstleutnant Ulrich Rölle zur Vereidigung der Lehrgangstelnehmerinnen und Lehrgangsteilnehmer des Feldwebel- und Unteroffiziersanwärter-Lehrgangs Teil 1 der Sondershäuser Karl-Günther-Kaserne.

Hier die Rede im Wortlaut:

 

Rede anlässlich der Vereidigung am 13. Mai 2015

auf dem Marktplatz in Sondershausen

 

– Es gilt das gesprochene Wort –

 

Ich begrüße Sie alle herzlich zu dieser Vereidigung!

Sehr geehrte Gäste, sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Politik auf allen Ebenen: Danke für Ihr Kommen!

Liebe Familien und Freunde, 

vor allem aber Soldatinnen und Soldaten, die Sie heute hier zu Ihrer feierlichen Vereidigung angetreten sind.

Ihnen gelten meine Grüße und Wünsche in besonderer Weise.

Heute geht es um Sie!

Für Sie und uns alle ist heute ein besonderer Tag.

Sie werden heute feierlich Ihren Eid leisten.

Zu diesem besonderen Anlass darf ich Sie, liebe Soldatinnen und Soldaten des Feldwebelanwärter-/Unteroffizieranwärterbataillon hier auf dem Marktplatz in Sondershausen herzlich willkommen heißen.

Ebenso herzlich begrüßen darf ich natürlich Herrn Oberstleutnant Rölle sowie alle hier anwesenden Vertreter der Bundeswehr.

Liebe Soldatinnen und Soldaten,

Sie sind heute angetreten, um zu schwören, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“

Ich freue mich, dass Sie dieses feierliche Versprechen in der Öffentlichkeit und in Gegenwart Ihrer Eltern, Angehörigen und Freunde geben.

Es geht um unseren freiheitlich demokratischen Rechtsstaat.

Ihm versprechen Sie Treue.

Und es geht um die wesentlichen Werte, auf die wir unser Zusammenleben in Deutschland gründen, nämlich Recht und Freiheit.

Mit dem heutigen Eid legen Sie Zeugnis ab von Ihrer Bereitschaft, unser Land, seine Werte und Interessen, zu sichern und zu schützen – notfalls auch mit Waffengewalt, notfalls unter Einsatz Ihres Lebens.

Sie treten einen besonderen Dienst als Soldatin und Soldat an.

Von niemandem sonst in Deutschland erwarten wir Tapferkeit als Teil der Dienstpflicht.

Ich habe großen Respekt vor Ihrer Entscheidung, Soldatin und Soldat zu werden, denn Sie haben sich freiwillig entschlossen, eine ganz besondere Verantwortung zu übernehmen.

Jedes Treue-Versprechen ist auf Gegenseitigkeit angelegt.

Ein Eid schafft dabei eine ganz besondere Bindung.

Sie schwören, unserem Land tapfer zu dienen.

Viele Eltern, Angehörige, Freundinnen und Freunde sind von weit her angereist, um an diesem Ereignis teilzunehmen.

Sie zeigen damit ihre Verbundenheit mit den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr.

Liebe Familien, Bürgerinnen und Bürger, Wertschätzung und Anerkennung durch die Öffentlichkeit sind wichtig für unsere Soldatinnen und Soldaten.

Sie geben ihnen Rückhalt; den Rückhalt, den sie für ihren anspruchsvollen und schwierigen Dienst brauchen und den Sie auch verdient haben.

Sie alle, ob Feldwebel- oder aber Unteroffizieranwärter, stehen vor einer großen Herausforderung.

Wenn Sie Ihre Ausbildung für den Dienst als Feldwebel oder Unteroffizier erfolgreich beschreiten, wird es bald Ihr Auftrag sein, Menschen zu führen: Im Alltag und im Einsatz, zuhause und im Ausland, im Frieden und im Kampf.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

wir Politiker sind uns unserer Verantwortung stets bewusst.

Mit ihren Einsätzen leistet die Bundeswehr einen wichtigen Beitrag zur weltweiten Sicherheit und damit zur europäischen und globalen Stabilität.

Es ist essentiell, dass die Missionen jeweils in ein politisches Gesamtkonzept eingebettet sind.

Die Mandate werden regelmäßig jährlich überprüft und im Bundestag debattiert.

Für uns gilt der uneingeschränkte Primat der Politik und der parlamentarischen Kontrolle.

Für mich gilt: Sicherheitspolitik als Friedenspolitik in unserer Gesellschaft zu verstehen und zu festigen, die Verankerung und Anerkennung der Bundeswehr in unserer Gesellschaft zu stärken.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich möchte die heutige Gelegenheit auch dazu nutzen, die Bedeutung der Bundeswehr für die Stadt Sondershausen und ihre Bürgerinnen und Bürger hervorzuheben.

Es freut mich, dass die Bundeswehr in Sondershausen ein fester Bestandteil der Sondershäuser Gesellschaft ist.

Sie ist für uns ein wichtiger, ein guter Partner.

Liebe Soldatinnen und Soldaten,

Sie sind nun „Staatsbürger in Uniform“ – Angehörige einer Bundeswehr, die fest im freiheitlich demokratischen Rechtsstaat verankert ist.

„Militärisches Handeln steht im Dienste von Werten, wie sie in der Verfassung der deutschen Demokratie verankert sind.

Die Bundeswehr, so wird zu Recht immer wieder betont, ist eine Armee in der Demokratie und für die Demokratie.

Das unterscheidet sie von allen Streitkräften in Deutschland vor ihr.

Das begründet ihr Selbstverständnis und prägt ihr Verhältnis zur Gesellschaft.“

Diesen Worten des ehemaligen Verteidigungsministers Peter Struck kann ich mich nur vorbehaltlos anschließen.

Vor Ihnen, liebe Soldatinnen und Soldaten steht eine Zeit der Verantwortung, Erziehung und Ausbildung, aber auch eine Zeit der Kameradschaft.

Kameradschaft, das gegenseitige auf einander Acht geben, das Stützen des Schwachen, das gemeinsame Durchleben von Höhen und Tiefen ist etwas ganz Besonderes am Soldatenberuf.

Liebe Soldatinnen und Soldaten,

Sie haben sich für einen vielseitigen und anspruchsvollen Beruf entschieden.

Sie werden im Zuge Ihrer umfassenden Ausbildung an verschiedenen Orten in Deutschland viele Etappen durchlaufen und später in Einsätze und Verwendungen in vielen Teilen der Welt entsendet.

Dieser Weg wird Ihnen unter anderem Verantwortungsbewusstsein, interkulturelle Kompetenz, physische und psychische Belastbarkeit abverlangen.

Dabei werden Ihre Familie und Freunde, Ihr soziales Umfeld und Ihre Heimat, immer Ihr Anker sein – vergessen Sie dies nicht und verlieren Sie es nicht!

Seien Sie sich auf diesem Weg dabei immer des Halts innerhalb Ihrer Familien sowie unserer Gesellschaft sicher.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Gäste!

Die hier angetretenen Soldatinnen und Soldaten schwören in ihrem Eid Treue gegenüber dem deutschen Volke.

Es ist mir an dieser Stelle wichtig, die Bedeutung des Treueids gegenüber dem deutschen Volke noch einmal hervorzuheben.
Dieser Treueid darf die Wertschätzung unserer Gesellschaft voraussetzen.

Diese Treue muss mit Wertschätzung unserer Gesellschaft einhergehen. Wir sind eben umgekehrt in der Pflicht, unseren Soldatinnen und Soldaten zu zeigen, dass wir Ihren Dienst Wert schätzen, sie müssen sich ebenso auf uns verlassen können.

Liebe Soldatinnen und Soldaten,

vor Ihnen liegt eine interessante, spannende aber auch zugleich mit Herausforderungen versehene militärische Laufbahn.

Ich freue mich, dass Sie diese Herausforderung annehmen.

Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Mut und danke Ihnen für Ihre Bereitschaft, unserem Land zu dienen.

Jedem von Ihnen wünsche ich persönlich alles erdenklich Gute und Gottes Segen auf diesem Weg.  

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

 

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