Kundgebungen und Gespräche in Suhl: Rund 750 Teilnehmer bei "Sügida"-Kundgebung und Protestdemo

Veröffentlicht am 10.02.2015 in Kampf gegen Menschenfeindlichkeit

Teilnehmer der Gegendemonstration vor dem Suhler Rathaus

Etwa 750 Menschen haben am Montagabend in Suhl an Demonstrationen der Organisation "Sügida" und einer Gegendemonstration unter dem Motto "Südthüringen bleibt bunt" teilgenommen. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich etwa 550 Menschen an der Veranstaltung von "Südthüringer Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes". An der Gegendemonstration nahmen etwa 200 Menschen teil.

Damit ist wie auch in anderen Städten in Suhl die Zahl der Teilnehmer an "Gida"-Kundgebungen im Vergleich zu den vergangenen Wochen gesunken. Auch an der Gegendemonstration nahmen weniger Menschen teil als in der vergangenen Woche. Auf der Protestkundgebung am Rathaus warnte der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Reinhard Scharamm, durch "Südiga" würden Fremdenfeindlichkeit und Rassismus geschürt. "Deshalb haben wir allen Grund, wachsam zu sein", sagte er. Viele der "Sügida"-Sympathisanten seien Partner für einen Dialog. Die Hintermänner gefährdeten jedoch die Demokratie.
Bei einem Gesprächsforum im Kongresszentrum CCS rief Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) am Abend zu einer Kultur des Dialogs auf. Die notwendige Auseinandersetzung über gesellschaftliche Fragen dürfe nicht zur Unkultur werden, sagte er. Bei dem Forum diskutierten rund 400 Teilnehmer in kleinen Gruppen mit Ramelow, weiteren Landespolitikern und Suhls Oberbürgermeister Jens Triebel. Bei der Eröffnung des Forums hatte eine Gruppe von Teilnehmern den Suhler Superintendenten Martin Herzfeld mit lauten "Volksverräter"-Sprechchören unterbrochen. Die Störer wurden des Saales verwiesen. Ramelow würdigte bei dem Gespräch die Leistungen der Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in Suhl. "Ohne Suhl hätten wir heute schon eine humanitäre Katastrophe", sagte er. Zur Entlastung werde mit Hochdruck daran gearbeitet, ein zusätzliches Erstaufnahmelager zur Verfügung zu stellen. Ramelow bekräftigte seine Ansicht, dass ein stillgelegtes Krankenhaus in Rudolstadt ein geeigneter Standort dafür wäre.

Quelle: http://www.mdr.de/thueringen/sued-thueringen/kundgebungen_suhl108.html

 

 

Homepage Marion Rosin