DGB Altenburger Land: Lebensleistung anerkennen statt Rentenkürzungen vorbereiten

Veröffentlicht am 25.06.2026 in Soziales

Der Deutsche Gewerkschaftsbund im Altenburger Land sieht die Vorschläge der Alterssicherungskommission zur Zukunft der gesetzlichen Rente mit gemischten Gefühlen. Während einzelne Ansätze zur Stabilisierung der Rentenfinanzierung begrüßt werden, stoßen insbesondere die Pläne zur Anhebung des Renteneintrittsalters und zur Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren auf deutliche Kritik.

 

„Wer 45 Jahre gearbeitet, Beiträge gezahlt und dieses Land mit aufgebaut hat, hat sich einen würdigen Übergang in den Ruhestand verdient. Die Anerkennung dieser Lebensleistung darf nicht zur Disposition gestellt werden“, erklärt Thomas Jäschke, Vorsitzender des DGB Kreisverbandes Altenburger Land.

Der DGB-Kreisverband begrüßt grundsätzlich Überlegungen, die Finanzierungsbasis der gesetzlichen Rentenversicherung zu verbreitern und mehr Menschen an ihrer Finanzierung zu beteiligen. Gleichzeitig dürfe die Zukunft der Alterssicherung nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.

 

Besonders kritisch wird die Überlegungen bewertet, das Renteneintrittsalter weiter anzuheben und stärker an die Lebenserwartung zu koppeln.

 

„Wer solche Vorschläge macht, sollte einmal mit den Menschen sprechen, die jahrzehntelang im Schichtbetrieb gearbeitet haben, auf dem Bau stehen, in der Industrie tätig sind, Menschen pflegen oder jeden Tag körperlich schwere Arbeit leisten. Viele schaffen es schon heute nur mit großer Anstrengung bis zum Renteneintritt. Die Antwort kann nicht sein, diese Menschen noch länger arbeiten zu lassen“, so Jäschke.

 

Der DGB-Kreisverband fordert deshalb, die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren zu erhalten und das Rentenniveau langfristig zu sichern. Wer ein Leben lang gearbeitet hat, müsse von seiner Rente leben können.

 

„Die gesetzliche Rente ist und bleibt die wichtigste Säule der Alterssicherung. Sie darf nicht geschwächt werden. Gute Renten sind keine Frage der Großzügigkeit, sondern eine Frage des Respekts gegenüber den Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben“, betont Jäschke.

 

Mit Sorge blickt der Kreisverband zudem auf die wirtschaftliche Entwicklung in Ostdeutschland. Zahlreiche Beschäftigte erleben aktuell Unsicherheit durch Werksschließungen, Stellenabbau und Verlagerungen von Produktion. Auch das Altenburger Land bleibt von diesen Entwicklungen nicht verschont.

„Viele Kolleginnen und Kollegen fragen sich derzeit, wie sicher ihr Arbeitsplatz überhaupt noch ist. In einer solchen Situation über längere Lebensarbeitszeiten zu diskutieren, sendet das falsche Signal. Die Menschen brauchen Verlässlichkeit und Perspektiven statt zusätzlicher Belastungen“, erklärt Jäschke.

 

Der DGB Kreisverband Altenburger Land fordert die Bundesregierung auf, die Empfehlungen der Kommission sorgfältig zu prüfen und dabei insbesondere die Interessen der Beschäftigten in den Mittelpunkt zu stellen.

 

„Rentenpolitik ist nicht nur eine Rechenaufgabe. Sie ist vor allem eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Wer dieses Land über Jahrzehnte mit seiner Arbeit getragen hat, verdient Sicherheit im Alter und keine Rentenkürzungen durch die Hintertür“, so Jäschke abschließend.

 

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