DGB Altenburger Land solidarisch mit den Beschäftigten von Kelvion

Veröffentlicht am 05.06.2026 in Arbeit & Wirtschaft

Schließungspläne sind weiterer Rückschlag für den Industriestandort Altenburger Land

Mit großer Sorge reagiert der DGB Kreisverband Altenburger Land auf die angekündigte Schließung des Kelvion-Standortes in Nobitz bis Ende 2026.

„Unsere Gedanken sind bei den Kolleginnen und Kollegen und ihren Familien. Viele von ihnen haben über Jahre und Jahrzehnte zum Erfolg des Unternehmens beigetragen. Sie verdienen Respekt, Ehrlichkeit und eine faire Perspektive für ihre Zukunft“, erklärt Thomas Jäschke, Vorsitzender des DGB Kreisverbandes Altenburger Land.

 

Für den DGB ist die angekündigte Werksschließung weit mehr als eine unternehmerische Entscheidung. Sie ist ein weiterer Rückschlag für den Industriestandort Altenburger Land und fügt sich in eine Entwicklung ein, die zunehmend Sorge bereitet.

 

„Seit Jahren erleben wir einen schleichenden Verlust industrieller Arbeitsplätze in unserer Region. Erst die Schließung der Kunststofftechnik Nobitz, dann die Entwicklungen bei Neumayer Tekfor und weitere Einschnitte in der Industrie. Mit Kelvion droht nun der nächste schwere Schlag. Dieser Trend darf nicht zur neuen Normalität werden“, so Jäschke.

 

Nach der Wiedervereinigung wurden mit großem Einsatz der Beschäftigten, mit öffentlichen Fördermitteln und viel Hoffnung industrielle Strukturen aufgebaut. Heute erleben viele Menschen erneut, dass Standorte infrage gestellt, Produktionen verlagert oder Betriebe geschlossen werden.

 

„Für viele Kolleginnen und Kollegen ist das nicht die erste Erfahrung dieser Art. Viele haben bereits die Umbrüche der 1990er Jahre erlebt. Umso größer sind heute die Sorgen um die eigene Zukunft, die Familie und die Perspektiven unserer Region.“, ergänzt Jäschke.

 

Der DGB warnt vor den Folgen einer schleichenden Deindustrialisierung im Altenburger Land. Jeder verlorene Industriearbeitsplatz trifft nicht nur die unmittelbar Betroffenen. Er wirkt sich auf Zulieferer, Handwerksbetriebe, Dienstleister, Vereine und die kommunale Entwicklung aus.

Die Zukunft des Altenburger Landes braucht gute Industriearbeitsplätze, Tarifbindung, Mitbestimmung und Investitionen in die Menschen vor Ort.

 

Besonders kritisch sieht der DGB, dass nach Einschätzung der IG Metall ein wirtschaftlich arbeitender Standort aufgegeben werden soll. Die angekündigte Verlagerung wirft viele Fragen auf, die aus Sicht des DGB transparent beantwortet werden müssen.

 

Der DGB unterstützt ausdrücklich die Forderungen der IG Metall nach Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag, Transfermaßnahmen und wirksame Regelungen zur Abmilderung sozialer Härten.

 

Der DGB Kreisvorsitzende Jäschke dazu: „Wenn eine Schließung nicht verhindert werden kann, dann müssen die Folgen für die Beschäftigten so weit wie möglich abgefedert werden. Die Kolleginnen und Kollegen dürfen mit den Konsequenzen dieser Entscheidung nicht allein gelassen werden.“

 

Und weiter: „Als Gewerkschafter und als Kollege aus der Industrie weiß ich, welche Sorgen eine solche Nachricht auslöst. Hinter jeder Personalnummer steht ein Mensch, eine Familie und eine Lebensplanung. Die Beschäftigten von Kelvion können sich auf unsere Solidarität verlassen.“.

 

Der DGB Kreisverband Altenburger Land verweist zugleich auf die zentrale Rolle von Betriebsräten und Gewerkschaften in solchen Situationen und wird die weitere Entwicklung aufmerksam begleiten und die Beschäftigten gemeinsam mit den Gewerkschaften der Region unterstützen.

 

„Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Umbrüche zeigt sich, wie wichtig betriebliche Mitbestimmung ist. Betriebsräte und Gewerkschaften geben den Beschäftigten eine Stimme, sorgen für Transparenz und kämpfen für faire Lösungen. Deshalb gilt unsere volle Solidarität dem Betriebsrat, der IG Metall und der gesamten Belegschaft von Kelvion.“, so Thomas Jäschke abschließend.

 

Kommentare

Neue Kommentare erscheinen nicht sofort. Sie werden von der Redaktion freigegeben. Die Emailadresse wird nicht veröffentlicht.

Die Trackback-URL ist die Adresse dieser Seite.

Kommentar eingeben


Speichern

Keine Kommentare vorhanden