Solidaritätsbesuch – DGB-Kreisvorsitzender Thomas Jäschke (2. von links) und Verena Pohle vom DGB Kreisvorstand (4. von links) mit Kolleginnen und Kollegen von Kelvion. Foto: DGB Kreisverband Altenburger Land.
Kreisverband Altenburger Land erklärt volle Solidarität mit den Beschäftigten in Nobitz-Wilchwitz
Der DGB Kreisverband Altenburger Land steht geschlossen an der Seite der streikenden Kolleginnen und Kollegen bei Kelvion in Nobitz-Wilchwitz. Seit Anfang August kämpfen die Beschäftigten mit einem unbefristeten Streik für ihre Zukunft und für eine faire soziale Absicherung angesichts der angekündigten Schließung des Standortes.
DGB-Kreisvorsitzender Thomas Jäschke hat die Streikenden bereits vor Ort besucht und sich mit den Kolleginnen und Kollegen ausgetauscht. Für ihn zeigt sich dort sehr deutlich, was die angekündigte Werksschließung für die Menschen tatsächlich bedeutet.
„Wer mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort spricht, merkt schnell, dass es hier um Existenzen geht. Um Menschen, die teilweise seit vielen Jahren für diesen Betrieb arbeiten. Um Familien, die wissen wollen, wie es für sie weitergeht. Sie brauchen jetzt unsere Solidarität und vor allem eine Lösung, die ihrer Lebensleistung gerecht wird“, erklärt Jäschke.
Nach mehreren Warnstreiks haben sich die IG Metall Mitglieder bei Kelvion mit einem eindeutigen Votum für einen unbefristeten Streik ausgesprochen. Sie kämpfen insbesondere für einen Sozialtarifvertrag und Regelungen, welche die Folgen einer möglichen Schließung für die Beschäftigten abfedern.
Für den DGB Kreisverband ist dieser Arbeitskampf deshalb weit mehr als eine Auseinandersetzung zwischen einem Unternehmen und seiner Belegschaft.
„Die Kolleginnen und Kollegen kämpfen nicht zum Spaß. Niemand steht tagelang vor einem Werkstor, weil er gerade nichts Besseres zu tun hat. Sie stehen dort, weil es um ihre Arbeitsplätze, ihre Familien und ihre Zukunft geht. Wer einen Standort schließen will, muss Verantwortung für die Menschen übernehmen, die diesen Standort über Jahre mit ihrer Arbeit getragen haben“, so Jäschke.
Besonders schwer wiegt aus Sicht des DGB, dass erneut Industriearbeitsplätze im Altenburger Land auf dem Spiel stehen. Bereits in seiner Pressemitteilung vom Juni hatte der Kreisverband vor einer schleichenden Deindustrialisierung der Region gewarnt. Die aktuelle Auseinandersetzung unterstreiche, wie ernst diese Entwicklung genommen werden müsse.
Dabei geht es nicht allein um die unmittelbar betroffenen Beschäftigten. Industriearbeitsplätze schaffen Kaufkraft, sichern Aufträge bei anderen Unternehmen und geben Familien eine Perspektive in der Region. Gehen solche Arbeitsplätze verloren, reichen die Folgen weit über das Werkstor hinaus.
„Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass gute Industriearbeitsplätze in Ostdeutschland verschwinden und anschließend so getan wird, als sei das ein unvermeidbarer wirtschaftlicher Prozess. Hinter jedem Arbeitsplatz steht ein Mensch. Und hinter diesen Menschen stehen Familien, Lebensentwürfe und oft Jahrzehnte harter Arbeit. Das Altenburger Land kann es sich nicht leisten, diese Arbeitsplätze einfach abzuschreiben“, betont Jäschke.
Der DGB fordert deshalb die Verantwortlichen bei Kelvion auf, die Situation der Beschäftigten ernst zu nehmen und ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Wer über die Zukunft eines Standortes entscheidet, trägt auch Verantwortung für die Folgen dieser Entscheidung.
Gleichzeitig würdigt der Kreisverband den Zusammenhalt der Belegschaft, des Betriebsrates und der IG Metall. Der Arbeitskampf zeige eindrucksvoll, weshalb Gewerkschaften und betriebliche Mitbestimmung gerade in schwierigen Situationen unverzichtbar seien.
„Die Kolleginnen und Kollegen zeigen gerade, was Solidarität bedeutet. Sie stehen zusammen und kämpfen gemeinsam dafür, nicht mit den Folgen einer Entscheidung allein gelassen zu werden, die sie nicht verursacht haben. Dieser Zusammenhalt verdient Respekt. Als DGB Kreisverband stehen wir an ihrer Seite. Haltet durch. Ihr kämpft nicht allein“, erklärt Jäschke abschließend.
Der DGB Kreisverband Altenburger Land ruft auch weiterhin zu Solidarität mit den Beschäftigten von Kelvion auf und unterstützt den Arbeitskampf der IG Metall für eine faire Lösung für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen.