Nachfragen zu Verkehrsthemen bringen neue Informationen zu Baustellen und Verkehrsprojekten

Veröffentlicht am 26.08.2026 in Stadtrat

Die SPD-Fraktion im Altenburger Stadtrat hat mit insgesamt 30 Fragen zu aktuellen Verkehrsprojekten und Baustellen bei der Stadtverwaltung nachgehakt. Die inzwischen vorliegenden Antworten liefern neue Informationen zu laufenden Maßnahmen, zeigen aus Sicht der Fraktion aber auch weiteren Gesprächsbedarf.

  

„In Altenburg wird derzeit an vielen Stellen gebaut. Das ist grundsätzlich positiv, denn es zeigt, dass sich unsere Stadt entwickelt. Gleichzeitig entstehen dadurch Fragen bei Bürgerinnen und Bürgern, Anliegern und Gewerbetreibenden. Genau deshalb fragen wir nach“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Thomas Jäschke.

   

   

Carl-von-Ossietzky-Straße instandgesetzt

Im Bereich der Druckerei in der Carl-von-Ossietzky-Straße wurde der Gehweg grundhaft instandgesetzt. Dafür wurden sowohl das Oberflächenmaterial als auch der Unterbau aufgenommen und neu hergestellt. Gleichzeitig wurde die Belastbarkeit erhöht. Hintergrund waren fortwährende Beschädigungen durch verkehrliche Einwirkungen, vor allem durch Anlieferungsverkehr, und die notwendige Wiederherstellung der Verkehrssicherheit.

Auch das bei den Arbeiten entfernte Verkehrszeichen an der Kreuzung Carl-von-Ossietzky-Straße/Gutenbergstraße soll wieder aufgestellt werden. Es ist laut Verwaltung bereits bestellt, ein konkreter Termin steht noch nicht fest.

   

    

Gabelentzstraße: 4,40 Meter im Bereich der Bushaltestelle

Auch zur Gabelentzstraße fragte Jäschke nach. Im Zuge der Protected Bike Lane wurde die Straßenoberfläche instandgesetzt. Nach dem ursprünglichen Beschluss wurden aus verkehrsrechtlichen Gründen Übergangsbereiche an Kreuzungen und Parkflächen angepasst. Die Protected Bike Lane selbst blieb laut Verwaltung unverändert.

    

Im Bereich der Bushaltestelle beträgt der Abstand zum nächsten Parkplatz und zur Protected Bike Lane jeweils 4,40 Meter. Die Markierung der Bushaltestelle könne dabei überfahren werden.

    

   

Pauritzer Platz: Bushaltestelle gegenüber der Planung verlegt

Beim Ausbau des Pauritzer Platzes wurde die Bushaltestelle gegenüber der ursprünglichen Planung in Richtung Johann-Sebastian-Bach-Straße verschoben. Grund waren örtliche Gegebenheiten und Anliegen aus der Anliegerschaft. Die Änderung wurde mit Anliegern und THÜSAC abgestimmt. Am bisherigen Standort entstehen Parkmöglichkeiten.

    

Jäschke begrüßt, dass auf konkrete Anliegen reagiert wird, sieht aber Verbesserungsbedarf bei der Kommunikation solcher Änderungen.

     

„Planungen können und müssen sich verändern, wenn sich vor Ort neue Erkenntnisse ergeben. Solche sichtbaren Änderungen gegenüber einer vorherigen Planung sollten aus meiner Sicht aber auch gegenüber den politischen Gremien klar und nachvollziehbar dargestellt werden“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Torsten Rist.

    

    

Leipziger Straße: Umfang der Schäden wird weiter untersucht

Zur halbseitigen Sperrung der Leipziger Straße teilte die Verwaltung mit, dass Hohlräume und Risse die Standfestigkeit und Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Das Ausmaß wird derzeit baugrundtechnisch untersucht. Wie lange die Sperrung bestehen bleibt, ist noch offen.

   

Bemerkenswert ist für Jäschke die weitere Kommunikation: Rund 30 Minuten nach der schriftlichen Antwort veröffentlichte die Stadt über ihre Social-Media-Kanäle deutlich umfangreichere Informationen. Demnach werden zwischen den Hausnummern 23 und 37 bereits seit Anfang 2025 Setzungen beobachtet. Nachdem sich die Schäden ausgeweitet hatten, wurde die Fahrspur vorsorglich gesperrt. Suchschachtungen und Bodenradarmessungen deuten inzwischen auf ein größeres Schadensbild hin. Ursache und Umfang werden nun gutachterlich untersucht. Dabei werden auch Abwasser-, Trinkwasser- und Gasleitungen sowie der frühere Straßenaufbau einbezogen.

   

„Wenn unsere Anfragen dazu beitragen, dass solche Themen ausführlicher öffentlich erklärt werden, fragen wir gerne weiter nach“, erklärt Jäschke mit einem Augenzwinkern. „Wünschenswert wäre allerdings, dass bei länger andauernden und für viele Menschen sichtbaren Einschränkungen solche Informationen möglichst frühzeitig und proaktiv veröffentlicht werden.“

   

   

Kauerndorfer Allee soll zeitnah geöffnet werden

Eine konkrete neue Information gibt es auch zur Kauerndorfer Allee. Die Durchfahrt im Bereich der neuen Bahnbrücke ist bislang aus verkehrsorganisatorischen Gründen noch nicht geöffnet. Nach Angaben der Verwaltung spielte dabei insbesondere der ÖPNV aus Richtung Eisenbahnstraße eine Rolle.

Die Situation werde jedoch fortlaufend überprüft. Als Ergebnis soll die Kauerndorfer Allee nun zeitnah ampelgesteuert durchgehend befahrbar werden. Die Hauptarbeiten an der Gesamtmaßnahme sollen nach aktuellem Stand bis Ende 2026 abgeschlossen werden.

  

   

Grundrahmen für Baustellenkommunikation angeregt

Ein weiterer Teil der Anfrage betraf die Auswirkungen längerfristiger Baumaßnahmen auf Geschäfte und Einrichtungen. Die Verwaltung verweist auf frühzeitige Informationen, Gespräche mit Anliegern, Ansprechpartner und individuelle Lösungen. Einen grundsätzlichen Maßnahmenplan gibt es jedoch nicht.

   

Die SPD-Fraktion will deshalb nun prüfen, ob ein verlässlicher Grundrahmen für längerfristige Baustellen angeregt werden sollte. Dieser könnte trotz unterschiedlicher Bedingungen vor Ort bestimmte Standards vorsehen, etwa frühzeitige Informationen, feste Ansprechpartner, regelmäßige Updates bei Veränderungen und eine aktive Abstimmung mit betroffenen Geschäften und Einrichtungen.

   

„Natürlich ist jede Baustelle anders. Trotzdem müssen wir nicht jedes Mal bei null anfangen. Ein verlässlicher Grundrahmen für Information und Unterstützung könnte sowohl der Verwaltung als auch den betroffenen Unternehmen helfen“, erklärt Rist. „Gerade bei längerfristigen Baumaßnahmen sollten wir frühzeitig darüber sprechen, wie Erreichbarkeit, Sichtbarkeit und Kundenverkehr möglichst gut erhalten werden können.“

Für Jäschke zeigen die Antworten insgesamt, dass konkrete Nachfragen sinnvoll sind: „Kommunalpolitik besteht für uns nicht nur daraus, über fertige Vorlagen abzustimmen. Wir wollen wissen, was vor Ort passiert, warum Entscheidungen getroffen werden und wo Verbesserungen möglich sind. Dazu gehört auch, Fragen aus der Bürgerschaft aufzunehmen und gegenüber der Verwaltung nachzuhaken.“

  

   

Anfragen: dl/20260818_Anfrage_Verkehrsthemen.pdf

    

 

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