Lemb: Quote für Aufsichtsräte sinnvoll – Gleichberechtigung muss endlich umgesetzt werden

Veröffentlicht am 15.02.2011 in Arbeit & Wirtschaft

In ihrer Mitteilung vom 11. Februar äußerte sich die Mittelstandsvereinigung der CDU Gera zur Frauenquote. Ralf Bornkessel betonte ein Mindestanteil von jeweils 30 Prozent Frauen und Männern in Führungspositionen sei eine verfehlte Einmischung des Staates in die Personalpolitik der Unternehmen. Diese Argumentation kann der Geraer SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Lemb nicht nachvollziehen. ...

Seiner Ansicht nach sind Frauen mit nur 12 Prozent in deutschen Aufsichtsräten stark unterrepräsentiert. Dies sei aber allein der Mitbestimmung zu verdanken, da 80 Prozent der weiblichen Aufsichtsratsmitglieder von der Arbeitnehmerseite gestellt würden. Die Anteilseignervertreter entsenden nur ca. 4,5 Prozent Frauen in die Aufsichtsräte.
Bornkessel fordert Qualifikation statt Quote, was für Lemb den Umkehrschluss zulasse, dass es zu wenige qualifizierte Frauen gäbe. Eine Untersuchung in Norwegen, wo die Quote bereits eingeführt wurde, zeige jedoch, dass die auf Grund der Quote aufgenommenen Frauen durchschnittlich höhere Qualifikationen haben als ihre männlichen Kollegen. Auch gäbe es nahezu gleich viele männliche und weibliche Akademiker in Deutschland. Zudem bestätigten zahlreiche Studien, dass Vielfalt eine wesentliche Voraussetzung für gute Unternehmensführung sei. Teams mit unterschiedlichen Menschen, vor allem Frauen und Männern, arbeiten demnach wirtschaftlich erfolgreicher.
Trotz hoher Qualifikationen und wirtschaftlichen Vorteilen gäbe es jedoch noch immer eine „gläserne Decke“ durch die Frauen auf Grund ausgeprägter Männerseilschaften kaum durchdringen könnten. Gesellschaftliche Vorstellungen vom männlichen Chef seien ebenso hinderlich. Der Staat hat nach Lemb die Aufgabe derartigen gesellschaftlichen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken. Eine sanktionierbare Frauenquote für die Aufsichtsräte von mindestens 25%, eine wirksame gesetzliche Quotenregelung für die Anteilseigner- und die Arbeitnehmerseite in den Aufsichtsräten und die generelle Stärkung der Kompetenzen aller Aufsichtsratsmitglieder sind für Wolfgang Lemb wirksame Maßnahmen für mehr Gleichberechtigung in der Gesellschaft.

 

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