Arbeit & Wirtschaft
Erfurt, 12. April 2010
„Der heutige Tag ist gleich in doppelter Hinsicht für die Thüringer wichtig. Der ländliche Raum und eine gute Internet-Versorgung sind künftig keine Gegensätze mehr“, sagt der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Wolfgang Lemb. Lemb verweist auf die heute begonnene Versteigerung von Funkfrequenzen.
Die SPD-Fraktion im Thüringer Landtag begrüßt die Initiative der Tarifpartner in Thüringen zur Verbesserung des Lohnniveaus. „Mit dem Aufruf an die Thüringer Unternehmen im Rahmen der gemeinsamen konzertierten Aktion den jeweiligen Arbeitgeberverbänden und Tarifgemeinschaften beizutreten wird deutlich, dass die Verabredungen dazu im Koalitionsvertrag nun in die Phase der Umsetzung kommen“, so der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Wolfgang Lemb.
Von gleichem Lohn für gleiche Arbeit ist auch Thüringen immer noch weit entfernt:
* Frauen in Thüringen arbeiten weit häufiger in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen als Männer. Ihr Anteil an den geringfügig Beschäftigten ist 61%. Der Anteil an Teilzeitbeschäftigten liegt bei 84% (wobei 82% der weiblichen Teilzeitbeschäftigten eine Vollzeitstelle suchten). In Thüringen – arbeitet nur jede 2. Frau in einem "Standard- Beschäftigungsverhältnis" d.h. mit der gewünschten Arbeitszeit bei einer angemessenen Entlohnung, bei den Männern beträgt dieser Anteil dagegen 83%.
* Frauen in Thüringen verdienen deutlich weniger als ihre ohnehin wenig verdienenden männlichen Kollegen. Durchschnittlich verdienten im II. Quartal 2008 Frauen 515 Euro weniger als ihre männlichen Kollegen, das sind 79% des durchschnittlichen Verdienstes der Männer. Netto haben Frauen in Thüringen mit durchschnittlich 845 Euro 200 Euro weniger als ihre männlichen Kollegen. In Thüringen haben 53% der Frauen netto weniger als 900 Euro (bei 33% der Männer), wohingegen 3,6% mehr als 2000 Euro Netto haben (bei Männern sind dies 8,3 %).
* Bereits heute haben 35% der Frauen in Thüringen über 65 Jahre ein geringeres Einkommen als 700 Euro (bei 5% der Männer). Nur Jede 4. Frau (24%) über 65 hat mehr als 1100 Euro, bei Männern sind dies 38%. Anhand des sehr hohen Anteils von Frauen bei den Geringverdienern (53%) ist zu prognostizieren, dass die erwartete Altersarmut in den nächsten 20 Jahren insbesondere weiblich sein wird!
Vor diesem Hintergrund ist die Forderung der SPD nach Mindestlöhnen und einem Abbau der Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt aktuell und dringlicher denn je. Frauen dürfen sich nicht länger diese extreme Benachteiligung und ungerechte Bezahlungen bieten lassen.
Im Novotel Gera begrüßten am Dienstag 120 Gäste den seit fünf Monaten amtierenden Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Machnig. Der Minister war einer Einladung des SPD Landtagsabgeordneten Wolfgang Lemb gefolgt, der damit zugleich seine Reihe „Lemb im Gespräch“ eröffnete. Ebenfalls zu Gast war der Oberbürgermeister der Stadt Gera, Dr. Norbert Vornehm, der eigens für die Veranstaltung seinen Urlaub unterbrach.
„Besonders in diesem Jahr dürfen die Betriebsratswahlen keine Routine sein. Die schlimmste Finanz- und Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit hat eines deutlich gemacht: Ohne den unermüdlichen Einsatz der Gewerkschaften und der Betriebsräte, die kontinuierlich an der Rettung der Unternehmen gearbeitet haben, konnten in vielen Fällen Arbeitsplätze erhalten werden. Auch in Thüringen haben die Betriebsräte einen großen Anteil an allen Maßnahmen zur Überwindung der Krise. Man denke nur an die Opelaner in Eisenach.