Gesundheit
Mit ihrem Verbot zum Genmais der Sorte MON810 hat CSU-Ministerin Ilse Aigner eine wesentliche Forderung der SPD im Altenburger Land erfüllt. Gentechnisch veränderter Mais wurde im letzten Jahr auch im Landkreis angebaut. Die Aussaat rief Proteste bei Landwirten, Einwohnern und Imkern gleichermaßen hervor.
Am heutigen Dienstag hat Bundesagrarministerin Ilse Aigner den Anbau von gentechnisch verändertem Mais der Sorte MON 810 in Deutschland verboten. Das Ministerium hat dazu Untersuchungen über mögliche Gefahren für Natur und Umwelt ausgewertet. In anderen EU-Staaten ist der Genmais wegen unklarer Folgewirkungen bereits verboten worden.
Von Jens Rosenkranz
Der abgelehnte Antrag im Schmöllner Stadtrat lässt zwei Interpretationen zu: Schmölln ist nicht gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen, lautet die gemäßigte Variante. Schmölln ist für den Anbau, die kritische.
Egal, auf wessen Seite man sich schlägt. Mit dem Beschluss wurde das Image der Region nicht gerade aufgewertet. Denn wie groß die Skepsis gegen die unkalkulierbaren Risiken bei einem solchen Anbau ist, haben die Proteste gegen den Genmais im vergangenen Jahr gezeigt. Und dass es Proteste gibt, beweist, dass es immer mehr Bürgern eben nicht egal ist, was mit Natur und Umwelt im Altenburger Land geschieht.
Damit ist klar, dass der Wahlkampf in diesem Jahr auch mit dem Thema Gentechnik geführt wird. Nach dem Stadtratsbeschluss und dem hahnebüchenen Verständnis einiger Volksvertreter von Verbraucherschutz ist ein klares Bekenntnis der Parteien dazu auch überfällig. Die SPD hat mit ihrem Antrag und trotz ihrer Niederlage dazu einen entscheidenden Anstoß gegeben.
Auf seiner letzten Sitzung beriet der Schmöllner Stadtrat unter anderem den von der SPD-Fraktion eingereichten Antrag „Keine Gentechnik auf kommunalen Flächen in Schmölln“.
Ein brisantes Thema, wurde doch letztes Jahr erstmals auf dem Gebiet der Stadt Schmölln gentechnisch veränderter Mais der Sorte MON 810 durch die Schmöllner Agrarprodukte GmbH angebaut, was für großen Unmut unter den Schmöllnern sorgte.
„Der Genmais ist sicher“, so gestern die Befürworter des Genmaisanbaus auf einer Podiumsveranstaltung im Reussischen Hof in Schmölln zum Anbau von gentechnisch verändertem Mais im Umkreis der Sprottestadt. Dass es am gestrigen Abend emotional hoch herging, dürfte angesichts der Gefahren von Genmais, die durch gründliche Untersuchungen zu Tage befördert wurden, verständlich sein.